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2026 – Internationales Jahr der Landfrauen

Ein Jahr, um genauer hinzuschauen:

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Landfrauen erklärt. Das bedeutet: Weltweit rückt ein Thema in den Fokus, das im Alltag oft leise daherkommt – die Arbeit und das Leben von Frauen in der Landwirtschaft und auf dem Land.

Während in Konferenzen und auf politischer Ebene über Ernährungssicherung, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung gesprochen wird, sind Frauen auf den Höfen längst mittendrin. Sie packen an, entscheiden mit, halten Familien und Betriebe zusammen. Tag für Tag. Ganz selbstverständlich. Und meistens ohne viel Aufhebens darum zu machen.

Dieser Artikel ist ein Warm-up. Keine politische Analyse, kein Fachbeitrag – sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen. Auf die Frauen hinter den Höfen, hinter den Ställen, hinter dem großen Wort Landwirtschaft.

Bäuerin Monika

Wer steht hinter dem Hof?

Wenn wir von Bäuerinnen sprechen, geht es nicht um romantische Bilder aus Hochglanzbroschüren oder Werbeanzeigen. Es geht um echte Frauen mit einem Alltag, der selten in ein klassisches Schema passt.

Morgens um sechs im Stall, danach die Kinder für die Schule fertig machen. Mittags vielleicht ein Elterngespräch oder der Einkauf für die Woche, nachmittags Buchhaltung oder die Organisation des nächsten Hoffests. Abends Hausaufgabenbetreuung, und zwischendurch immer wieder: Telefonate, Entscheidungen, kleine und große Krisen, die gelöst werden wollen.

Bäuerinnen sind Mütter und Unternehmerinnen zugleich. Sie entscheiden mit über Investitionen, planen Arbeitseinsätze, kümmern sich um Tiere, Felder oder den Hofladen. Sie jonglieren zwischen Haushalt, Familie, Stall und Büro – weil alles parallel läuft und nichts warten kann. Sie sind strukturiert, belastbar und lösungsorientiert, weil es sonst schlicht nicht funktioniert.

Und dabei wollen sie oft dasselbe wie alle anderen Eltern auch: dass ihre Kinder im Fußballverein mitmachen können, dass sie dazugehören, dass niemand komisch fragt, warum bei ihnen zu Hause alles ein bisschen anders läuft. Sie wollen Arbeit und Familie unter einen Hut bringen. Ihren Kindern einen guten Weg ebnen. Und vor allem: nicht schräg angeschaut werden, nur weil ihr Leben nicht nach einem 9-to-5-Modell funktioniert.

Landfrau und Bäuerin – zwei Begriffe, eine Lebensrealität

Ein Punkt, der mir wichtig ist: Nicht jede Landfrau ist eine Bäuerin. Und nicht jede Bäuerin bezeichnet sich automatisch als Landfrau.

Bäuerinnen arbeiten direkt im landwirtschaftlichen Betrieb – häufig als Mitunternehmerinnen, oft ohne offiziellen Titel, aber mit enormer Verantwortung. Landfrauen ist ein weiter gefasster Begriff: Frauen im ländlichen Raum, die sich engagieren, vernetzen, Verantwortung übernehmen – gesellschaftlich, familiär, politisch oder kulturell.

Beides überschneidet sich. Beides gehört zusammen. Und beides ist Teil dessen, was das Internationale Jahr der Landfrauen 2026 sichtbar machen möchte.

Warum dieses Jahr wichtig ist

Dieses Jahr soll zeigen, was im Alltag oft als selbstverständlich gilt: Dass Frauen auf den Höfen und im ländlichen Raum zentrale Rollen übernehmen, Verantwortung tragen und Familien, Betriebe und Gemeinschaften zusammenhalten.

Nicht als Heldinnen auf einem Podest, sondern als reale Frauen mit echten Herausforderungen, echten Sorgen – und ganz normalen Wünschen.

Es geht um Anerkennung., um Sichtbarkeit. Und darum, Lebensrealitäten ernst zu nehmen, statt sie zu bewerten oder zu romantisieren.

mit Bäuerin Andrea vom Alpakahof

Mein persönlicher Blick auf das Jahr 2026

Ich schreibe darüber nicht aus der Distanz. Durch meine Arbeit kenne ich viele Bäuerinnen und ihre Familien persönlich. Ich sitze mit ihnen am Küchentisch, stehe mit ihnen im Stall, bin auf den Höfen unterwegs und bekomme mit, was da wirklich los ist.

Ich sehe die Organisation hinter den Kulissen. Die vielen kleinen Entscheidungen. Die Verantwortung, die getragen wird – oft ganz leise, oft nebenbei, oft ohne dass es jemand mitbekommt.

Genau deshalb möchte ich das Internationale Jahr der Landfrauen 2026 nutzen, um genauer hinzuschauen und zuzuhören. Um Geschichten zu teilen – große und kleine. Ehrliche. Unaufgeregte. Und nah am echten Leben.

Dieser erste Artikel ist der Auftakt. Ein Warm-up. Ein „Lasst uns hinschauen“.

Und jetzt seid ihr gefragt

Mich interessiert dieses Jahr nicht nur das, was offiziell wichtig ist, sondern auch das, was euch bewegt.

Welche Themen rund um Landfrauen und Bäuerinnen interessieren euch besonders? Worüber sollen wir sprechen, schreiben, berichten?

Alltag, Familie, Arbeit, Hofleben, Rollenbilder, Herausforderungen, Vereinbarkeit – oder etwas ganz anderes?

Schreibt mir gerne eure Wünsche, Fragen oder auch eigene Geschichten in die Kommentare. Teilt diesen Artikel, wenn euch das Thema wichtig ist. Erzählt von Frauen, die ihr kennt und die zeigen, was Landfrauen täglich leisten.

Das Internationale Jahr der Landfrauen soll ein Jahr mit vielen Stimmen werden – nicht nur mit einer.